Gasthaus Engelhard (Ramm)

“Ramm” – Wirtshaus mit 450 jähriger Tradition

Wer zum Ramm geht, kehrt in ein altehrwürdiges Wirtshaus ein. Mittendrin in Neukirchen gelegen. Der Dorfbrunnen und die evangelische Kirche sind nicht weit. Gepflegt, aber ziemlich unscheinbar präsentiert sich das Gemäuer an der Holnsteiner Straße. Der Ausleger am Gebäude nennt den heutigen offiziellen Namen: “Gasthof Engelhard”.

Ramm, so nannten die Leute ab 1822 Land auf und Land ab den damaligen Besitzer des Wirtshauses mit Namen” Johann Raum”.

Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist die Geschichte dieses zentralen Ortes belegt. Die offiziellen Namensgebungen reichen von “Oberer Wirt” über “Roter Ochse”, “Brauerei J. G. Engelhard”, “Engelhard’sches Gasthaus” bis hin zur heutigen Benennung “Gasthaus Engelhard”. Grundriss und die innere Aufteilung der Räume sind historisch, über die Jahrhunderte erhalten geblieben und noch heute genutzt.

Denn Leben ist immer noch in den Stuben des Gasthofs. In der ersten Etage liegt ein großer Saal mit dem tollen Flair aus uralten Zeiten. Der Boden aus gebohnerten (polierten) Holzdielen. An den Wänden Portraits von Frauen und Männern die in der Geschichte des Hauses eine Rolle gepielt haben. Die Einrichtung ist gemütlich und pragmatisch zugleich. Hier wird zünftig gefeiert, getanzt, Musikkonzerten gelauscht, sich zu politischen Themen versammelt, diskutiert, informiert und und und.
Im Untergeschoß ist die Wirtsstube wo zumeist Einheimische bei Bier und anderen geistigen Getränken am Tresen miteinander reden (ratschen).

Die Küche des Hauses bietet neben einheimischen Gerichten auch eine sehr gute asiatische Küche! Ich durfte im Rahmen einer privaten Feier davon kosten. Lecker!

Öffnungszeiten sind mir nicht bekannt. Am besten fragen sie die “Einheimischen. Meistens ist an Wochenenden Abends oder eben nach Bedarf geöffnet.

Adresse:
Holnsteiner Straße 2
Neukirchen

Schicht im Schacht – Ockerbergbau in Neukirchen

Das “Neukirchener Gelb” – Infopunkt am Wanderweg

In hellem Gelb leuchten die angehäuften Farberdenreste auf der Obstwiese rund um den angedeuteten Förderschacht. Darüber seht ein hölzerner Verschlag mit Schleppdach. Erinnern, beziehungsweise informieren will das Ensemble an eine in Neukirchen längst vergangene Epoche des Ockerbergbaus.

Auf Leitern kletterte der Bergmann hinab zum Stollen

Der industrielle Maßstab des Bergbaus, wie im Ruhrgebiet oder in der Region Amberg-Sulzbach, war hier jedoch nicht zu finden. Ein simpler und halb offenener Holzschuppen schützte den meist nur wenige Meter tiefen Schacht vor Regen und Wind. Die im Schuppen quer über den Schacht aufgestellte hözerne Haspel, mit Seil und daran befestigtem Eimer, besorgte den Transport der unter Tage abgebauten Farberde ans Tageslicht. Die Belüftung der waagerechten Stollen unter Tage realisierte man über leichte Blechrohre. Gut erkennbar war das “Lüftungssystem” an dem über Dach montierten Trichter. Über Leitern kam der Bergmann hinab zum waagerecht verlaufenden Stollen.

Bergbau im Nebenerwerb

Mit dem Bau der Bahnlinie in Richtung Amberg um 1850 wurden die Ockervorommen der Region “zufällig” entdeckt. Weil der Eisengegalt der hier vorkommenden Farberde mit 12% recht niedrig war (genehmigungspflichtiger Abbau ab 15%), konnte der Abbau auch von Privatleuten zur Aufstockung des Einkommens im Nebenerwerb erfolgen.

Landwirte, oder Bauunternehmer bauten mit einfachen Werkzeugen die Farberde ab. In der Umgebung von Neukirchen, bis hinauf nach Königstein, grub man erfolgreich nach dem gelbgold gefärbten Ocker. Besser bekannt unter “Neukirchner Gelb”. Diese Ära währte etwa ein Jahrhundert lang. Danach setzte die industrielle Farbpigmentherstellung aus Eisenoxidfarben diesem Kleingewerbe ein Ende.

Wie kommt man dort zu Fuß hin?

Für einen gezielten Besuch von Neukirchen aus, geht man von der “Hauptstraße” aus in die Straße “Am Anger”. Hinter der Gärtnerei auf den Wirtschaftsweg wechseln und so erreicht man nach knapp 100 Metern die Stelle mit der Hütte und den Infotafeln.

Für Wanderer der “Neukirchner Erzwegschlaufe” liegt diese Sehenswürdigkeit direkt am Weg.

Museum “Ockerstube”

Wer noch mehr Infos zur Geschichte des Ockerbergbaus in Neukirchen erfahren möchte:
2016 wurde ertmals eine “Ockerstube” (Heimatmuseum?) in der „Alten Post“ in Neukirchen am Bahnhof gestaltet. Ortsheimatpfleger Walter Schraml hatte anlässlich des Tages des Denkmals  Erinnerungen in Form von Werkzeugen und Dokumenten aus der Zeit des Ockerbergbaus in Neukirchen zusammengetragen. Geöffnet wird die Stube aber nur auf Anfrage oder jeweils im September zum Tag des Denkmals, wie mir Einheimische berichteten.