Mofa-Rennen in Neukirchen

Mit 50 Kubikzentimetern Hubraum, Tretkurbel und Handschaltung ins Gelände

18 August 2018. Neukirchen bei Sulzbach Rosenberg ist der Austragungsort für diese für mich ungewöhnliche Motocross-Veranstaltung, offiziell “Mofacross” genannt. Wie ich höre, bereits heuer zum vierten Mal.

Fährt man von Neukirchen aus in Richtung Trondorf beziehungsweise Schönlind, erreicht man in Höhe der Hausnummer 11 das Veranstaltungsgelände. Ein großes Festzelt gibt es. Darin eine Bühne für die Abendveranstaltung mit Live-Musik und im Anschluß vom Zelt ein großes Lager für die Fahrerinnen und Fahrer.
Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen. Dank professionellem Catering muss niemand an der Strecke Hunger und Durst leiden.

Unsere Bekannte aus Neukirchen hat uns schon längere Zeit vom Spektakel berichtet. Ein richtiges Volksfest sei das. Aber Mofas als Renngerät?

Mofas, nach meiner Vorstellung aus noch jugendlichen Lebenszeiten, waren doch mehr oder weniger stabile Fahrräder mit Hilfsmotor. Da sind mir noch Markennamen wie zum Beispiel “Babetta” oder “Herkules Prima” in Erinnerung. Auf jeden Fall höchstens 25km/h schnell… Damit ein Rennen auf der Straße oder im Gelände zu fahren kam mir damals und bis heute nicht in den Sinn.

Das Renngerät ist hier tatsächlich auf Basis von Mofas hergerichtet. Teilweise auf besonderen Rennrahmen aufgebaut und zumeist die Motoren “irgendwie” (da sind Spezialisten am Werk!) frisiert. Man hört so von bis zu 10 Pferdestärken.

Allen Maschinen gemein sind aber die 50 Kubikzentimeter Hubraum des Motors, eine Tretkurbel und die Handschaltung.
Unterwegs sind die Maschinen und ihre Fahrer in zwei Klassen eingeordnet. Serienklasse und Tuningklasse. Auf der Strecke sind sie  gemeinsam unterwegs. Gewertet wird nach den Klassen. Schnell (viel schneller als 25km/h) sind sie irgendwie alle…


Zitat aus dem Reglement (siehe mofamasters.de) :

„Seriennahe Klasse“

In dieser Klasse wird demonstriert, wie gut man ein serienmäßiges Mofa tunen kann. Es ist die perfekte Klasse für alle Rookies und Old-School-Teams.
„Tuning / offene Klasse“
Hier wird gezeigt, wie ein Mofa bzw. Roller ganz individuell modifiziert werden kann. In dieser Klasse sind alle Motocross-Piloten und High-Tech-Mofas bestens aufgehoben.
Roller sind ebenfalls in der Tuning-Klasse startberechtigt.

Am Streckenrand kam ich mit mehreren Zuschauern ins Gespräch (Mist, die kennen mich anscheinend schon alle…). Von ihnen wurde mir versichert, dass es sogar Meisterschaftsläufe für Mofacrossrennen gibt.Als Amateursportserie für Zweiradbegeisterte.

In Neukirchen gibt es das “Drei-Stunden-Rennen”. Hier teilt sich ein mehrköpfiges Team eine Maschine und wechselt während des Rennens immer mal wieder den Fahrer.
Nach dem großen Rennen gibt es noch kurze “Ausscheidungsrennen”, bei dem jeweils die oder der Langsamste einer Klasse ausscheidet. Es wird immer wieder gestartet, bis nur noch die zwei Klassenbesten übrig sind und den Titel ” Bester Fahrer” einheimsen.

Die Fahrstrecke liegt an einem weitläufigen Hang und erstreckt sich von der Schönlinder Straße bis fast hinauf zur Bahnstrecke Richtung Weiden. Das hat den Charme, dass die komplette Strecke für die Zuschauer vom Festgelände an der Straße aus gut einsehbar ist.

In die kurvige Crossstrecke sind auch noch Hügel aufgeschüttet. Daher kann man immer wieder zum Teil waghalsige Sprünge sehen.

Viele Fahrerinnen und Fahrer stammen aus der näheren Umgebung werden und dementsprechend frenetisch vom heimischem Publikum angefeuert. Von Jung bis Alt, Männer und Frauen. Alle stehen sie am Streckenrand. Dabei sind auch Prominete. Der Bürgermeister gab sich die Ehre am Ende des Drei-Stunden-Rennens die karierte Flagge zum Zieleinlauf zu schwenken.

Die Teams bestehen nicht nur aus Fahrerinnen und Fahrern. Schaut man sich im Fahrerlager um, findet man dort auch Techniker und eine bisweilen umfangreiche Werkstattausrüstung. Passiert die Technikpanne an einer “günstigen” Stelle auf der Strecke, ist dann auch schnell ein Techniker beim Fahrzeug und hilft.

In diesem Jahr ist der Boden trocken und das Wetter sonnig.

Staubnebel breiten sich aus über der Strecke…

Ausgeschieden. Den Titel “Bester Fahrer” bekommt er nicht. Für die Zuschauer legte er mit seinem Mofa – gut gelaunt – zu seinem Abschied noch einen  “Wheelie” in  den Staub.

Organisatoren:
– Team Robeis Racing” aus Neukirchen
– “Wülde Hund” aus Sulzbach-Rosenberg
– Der Wirt vom “Ram”

Mehr Infos zur Regeln, Rennergebnissen etc.
unter www.mofamasters.de

Zu den Neukirchener Rennen
gibt es die Teamseite von “Wülde Hund” mit Bildern und Terminen.

Florian Süß 44/1 – Event Crew bitte kommen!

Bärlauch pflücken für Insider und noch viel mehr…

Wer dieses Rufzeichen an eine bestimmte Adresse in Markt Königstein richtet, möchte ein besonderes Schmankerl für sein Fest, Geburtstag oder Hochzeit buchen. Möglicherweise wird aber auch nur eine mehr oder weniger lange Rundfahrt durch die schöne Oberpfalz gewünscht.

LF8 kommt

Jedenfalls verbirgt sich dahinter ein historisches und gut restauriertes Feuerwehrauto. Ein LF8 (Löschfahrzeug mit 8 Mann Besatzung plus Gruppenführer, glaube ich…). Der Borgward aus dem Jahre 1961 mit seinem Aufbau von Ziegler präsentiert sich im tip-top Zustand und ist auch im Inneren gut im “Schuss”. Allradantrieb lässt den Wagen noch heute vor keiner noch so holprigen Wegstrecke kapitulieren. Doch die knapp fünf Tonnen Gesamtgewicht fordern am Berg dann doch ihren Tribut.  87 PS (da hat manches Mopped mehr davon…) schieben das Feuerwehrauto halt nur gemächlich bergauf. Ist aber kein Problem, will man doch eher die Gegend genießen und die bewundernden Blicke der Leute wenn man an ihnen vorbei rollt.

LF8 geparkt

Meine Frau und ich hatten neulich die Gelegenheit eine solche Fahrt als “Mannschaft” zu erleben. Von Königstein aus durch die Neuhauser Straße fuhren wir in Richtung Neuhaus. Am Markt erstmal links abbiegen. Das Auto blinkt nicht nur, es winkt auch! Seitlich klappen sich beim Blinken knapp 30cm lange Winkerarme aus, die die Richtung signalisieren. Der Sitzkomfort für die Manschaft ist 3. Klasse. Man sitzt auf Holzbänken. Fahrer und Beifahrerin haben vorne natürlich gepolsterte Sitze.

Aussicht von Innen

Die Aussicht auf Strecke und Umbebung ist aber fantastisch. Der Fahrer des Wagens wollte mal eben noch ein paar Blumen für seine Frau zum Hochzeitstag holen. Auffälliger gehts nimmer.

Am Blumenladen hatte ich dann die Gelegenheit das Fahrzeug ein wenig näher zu betrachten. Auch von unten, so stellte sich heraus, einen Anblick wert. Zumindest für den Technikfan.
Nach dem die Blümchen gebunkert und sicher im Wagen verstaut waren, fuhren wir entlang der Pegnitz hinab durch Velden, Vorra bis zur Mündung des Hirschbaches. Dabei erfuhr man mancherlei Dinge und Begebenheiten zum Fluß, besonderen Gebäuden und Locations mit fantastischen “Bärlauch-Gründen”. Schön muss es auch sein, den Fluss Pegnitz einmal per Kanu zu befahren, so versicherte uns der Fahrer.

Zurück nach Königstein ging es dann durchs Tal des Hirschbaches. Ab Eschenfelden gehts wieder ordentlich den Berg hinauf. Auf den Wagen meiner Garteneisenbahn steht “Blumen pflücken und Pilze sammeln während der Fahrt verboten”. Das gilt auch bei der Fahrt hinauf nach Pruppach. Die Fahrt wird im “Schneckentempo” fortgesetzt und für den Borgward etwas beschwerlich. Er heult jetzt zwar vernehmlich, setzt die Fahrt aber unbeirrt und zielstrebig fort. Angekommen in Königstein galt es nur noch den mitgebrachten Blumenstrauß für die Frau des Fahrers an selbiger vorbeizuschmuggeln. Denn der Hochzeitstag war ers einen Tag später nach unserer Fahrt….

LF8 von unten

Falls sie auch mal Lust auf eine “unauffällige Blumeneinkaufstour” oder eine Fahrt zu den Oberpfälzer Bärlauchgründen machen wollen, wenden sie sich doch vertrauensvoll an die LF8 Event Crew. Peter Pesold (09665 / 91550) vom Gasthof-Cafe-Zur Post nennt ihnen gerne weitere Details!