Florian Süß 44/1 – Event Crew bitte kommen!

Bärlauch pflücken für Insider und noch viel mehr…

Wer dieses Rufzeichen an eine bestimmte Adresse in Markt Königstein richtet, möchte ein besonderes Schmankerl für sein Fest, Geburtstag oder Hochzeit buchen. Möglicherweise wird aber auch nur eine mehr oder weniger lange Rundfahrt durch die schöne Oberpfalz gewünscht.

LF8 kommt

Jedenfalls verbirgt sich dahinter ein historisches und gut restauriertes Feuerwehrauto. Ein LF8 (Löschfahrzeug mit 8 Mann Besatzung plus Gruppenführer, glaube ich…). Der Borgward aus dem Jahre 1961 mit seinem Aufbau von Ziegler präsentiert sich im tip-top Zustand und ist auch im Inneren gut im “Schuss”. Allradantrieb lässt den Wagen noch heute vor keiner noch so holprigen Wegstrecke kapitulieren. Doch die knapp fünf Tonnen Gesamtgewicht fordern am Berg dann doch ihren Tribut.  87 PS (da hat manches Mopped mehr davon…) schieben das Feuerwehrauto halt nur gemächlich bergauf. Ist aber kein Problem, will man doch eher die Gegend genießen und die bewundernden Blicke der Leute wenn man an ihnen vorbei rollt.

LF8 geparkt

Meine Frau und ich hatten neulich die Gelegenheit eine solche Fahrt als “Mannschaft” zu erleben. Von Königstein aus durch die Neuhauser Straße fuhren wir in Richtung Neuhaus. Am Markt erstmal links abbiegen. Das Auto blinkt nicht nur, es winkt auch! Seitlich klappen sich beim Blinken knapp 30cm lange Winkerarme aus, die die Richtung signalisieren. Der Sitzkomfort für die Manschaft ist 3. Klasse. Man sitzt auf Holzbänken. Fahrer und Beifahrerin haben vorne natürlich gepolsterte Sitze.

Aussicht von Innen

Die Aussicht auf Strecke und Umbebung ist aber fantastisch. Der Fahrer des Wagens wollte mal eben noch ein paar Blumen für seine Frau zum Hochzeitstag holen. Auffälliger gehts nimmer.

Am Blumenladen hatte ich dann die Gelegenheit das Fahrzeug ein wenig näher zu betrachten. Auch von unten, so stellte sich heraus, einen Anblick wert. Zumindest für den Technikfan.
Nach dem die Blümchen gebunkert und sicher im Wagen verstaut waren, fuhren wir entlang der Pegnitz hinab durch Velden, Vorra bis zur Mündung des Hirschbaches. Dabei erfuhr man mancherlei Dinge und Begebenheiten zum Fluß, besonderen Gebäuden und Locations mit fantastischen “Bärlauch-Gründen”. Schön muss es auch sein, den Fluss Pegnitz einmal per Kanu zu befahren, so versicherte uns der Fahrer.

Zurück nach Königstein ging es dann durchs Tal des Hirschbaches. Ab Eschenfelden gehts wieder ordentlich den Berg hinauf. Auf den Wagen meiner Garteneisenbahn steht “Blumen pflücken und Pilze sammeln während der Fahrt verboten”. Das gilt auch bei der Fahrt hinauf nach Pruppach. Die Fahrt wird im “Schneckentempo” fortgesetzt und für den Borgward etwas beschwerlich. Er heult jetzt zwar vernehmlich, setzt die Fahrt aber unbeirrt und zielstrebig fort. Angekommen in Königstein galt es nur noch den mitgebrachten Blumenstrauß für die Frau des Fahrers an selbiger vorbeizuschmuggeln. Denn der Hochzeitstag war ers einen Tag später nach unserer Fahrt….

LF8 von unten

Falls sie auch mal Lust auf eine “unauffällige Blumeneinkaufstour” oder eine Fahrt zu den Oberpfälzer Bärlauchgründen machen wollen, wenden sie sich doch vertrauensvoll an die LF8 Event Crew. Peter Pesold (09665 / 91550) vom Gasthof-Cafe-Zur Post nennt ihnen gerne weitere Details!

Gasthaus Engelhard (Ramm)

“Ramm” – Wirtshaus mit 450 jähriger Tradition

Wer zum Ramm geht, kehrt in ein altehrwürdiges Wirtshaus ein. Mittendrin in Neukirchen gelegen. Der Dorfbrunnen und die evangelische Kirche sind nicht weit. Gepflegt, aber ziemlich unscheinbar präsentiert sich das Gemäuer an der Holnsteiner Straße. Der Ausleger am Gebäude nennt den heutigen offiziellen Namen: “Gasthof Engelhard”.

Ramm, so nannten die Leute ab 1822 Land auf und Land ab den damaligen Besitzer des Wirtshauses mit Namen” Johann Raum”.

Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist die Geschichte dieses zentralen Ortes belegt. Die offiziellen Namensgebungen reichen von “Oberer Wirt” über “Roter Ochse”, “Brauerei J. G. Engelhard”, “Engelhard’sches Gasthaus” bis hin zur heutigen Benennung “Gasthaus Engelhard”. Grundriss und die innere Aufteilung der Räume sind historisch, über die Jahrhunderte erhalten geblieben und noch heute genutzt.

Denn Leben ist immer noch in den Stuben des Gasthofs. In der ersten Etage liegt ein großer Saal mit dem tollen Flair aus uralten Zeiten. Der Boden aus gebohnerten (polierten) Holzdielen. An den Wänden Portraits von Frauen und Männern die in der Geschichte des Hauses eine Rolle gepielt haben. Die Einrichtung ist gemütlich und pragmatisch zugleich. Hier wird zünftig gefeiert, getanzt, Musikkonzerten gelauscht, sich zu politischen Themen versammelt, diskutiert, informiert und und und.
Im Untergeschoß ist die Wirtsstube wo zumeist Einheimische bei Bier und anderen geistigen Getränken am Tresen miteinander reden (ratschen).

Die Küche des Hauses bietet neben einheimischen Gerichten auch eine sehr gute asiatische Küche! Ich durfte im Rahmen einer privaten Feier davon kosten. Lecker!

Öffnungszeiten sind mir nicht bekannt. Am besten fragen sie die “Einheimischen. Meistens ist an Wochenenden Abends oder eben nach Bedarf geöffnet.

Adresse:
Holnsteiner Straße 2
Neukirchen